Schlaf, Kindlein, schlaf

Schlaf ist wichtig! Das sagen Eltern, weil er gesund ist, schlau macht und weil sie verdammt nochmal auch mal Kraft tanken müssen. Babys interessiert das herzlich wenig. Gut, in den ersten Wochen schlafen die kleinen Mäuse sehr viel (Erbschen hat sich aber nicht mal daran wirklich gehalten). Ihr Tag besteht eigentlich nur aus stillen und schlafen. Herrlich, oder? Aber weil die Natur einen fragwürdigen Sinn für Humor hat, nehmen die Wachphasen des Babys ungefähr in gleichem Maße zu, wie die Energiereserven der Eltern abnehmen. Will heißen, je mehr Dir die Augen zufallen, desto mehr reißt sie Dein Junior auf. Ha, großartig, oder?

Aber bevor Du Deinem Spross eine Schlafstörung attestierst, halte Dir vor Augen: Schlafen muss gelernt werden. Es wirkt wunderlich, aber zwischen Müdigkeit und Schlaf liegt ein steiniger Weg, den Babys nur mit Hilfe bewältigen können.

Ich habe mich oft verzweifelt gefragt, warum ausgerechnet mein Baby das EINZIGE sein soll, das einfach nicht von alleine einschläft. Mittlerweile glaube ich, dass andere Eltern aus purer Notwehr behaupten, dass Babys Schlaf bei ihnen überhaupt kein Problem sei. Die Tipps, Ratschläge und Unkenrufe, die man zu diesem Thema bekommt, sind einfach zu nervig. Ein kleiner Auszug: „Hast du es mit einem Schnuller probiert?“, „Du musst ihn wach hinlegen!“, „Lass ihn ruhig ein wenig schreien.“, „Er schläft nur in deinem Arm ein? Gewöhn ihm das bloß nicht an, sonst schläft er nie alleine ein!“ Die Liste lässt sich endlos fortführen und die Antwort auf alles sollte immer sein: „Behalt Deinen Scheiß für Dich!“ – In Wirklichkeit antwortet man allerdings meistens: „Ah ja, interessant, muss ich mal ausprobieren.“

Was ich zu diesem Thema gelernt habe: Einschlafen ist ein individueller Reifeprozess, das heißt, die einen schaffen es früher, die anderen später (sorry, es ist also kein Verdienst der Eltern).

Von den Eltern in den Schlaf begleitet zu werden, ist ein Grundbedürfnis, keine Schikane. Babys denken nicht „Ha, jetzt versau ich meinen Alten mal schön den DVD-Abend!“

Alleine schlafen ist für Babys eine gefühlt lebensbedrohliche Situation (Logisch, denn wenn es früher allein zum Schlafen gelegt worden wäre, hätte sich der Säbelzahntiger für den Snack bedankt).

Schreienlassen ist grausame RIESENSCHEISSE! Tut das nie nie nie, außer Ihr wollt Euer Baby in Todesangst versetzen, in ein schreckliches Verlassenheitsgefühl stürzen und sein Urvertrauen mit Schmackes in die Tonne kloppen. Klar schläft es irgendwann ein, aber nicht, weil es so schön kuschelig im Bett ist, sondern vor Erschöpfung und trauriger Resignation.

Gewohnheiten, ob gut oder schlecht,  sind frühesten ab einem halben bis einem Jahr überhaupt ein Thema.

Die meisten (wenn nicht alle) gutgemeinten Ratschläge machen also nur kirre und setzen verwirrte Eltern und das Verhältnis zu ihren Sprösslingen unter Druck.

Also: Stresst Euch nicht und tut nur, was sich richtig anfühlt! Wir tragen und singen Erbschen in den Schlaf. Lassen ihn tagsüber im Tragetuch und nachts im Beistellbettchen oder sogar bei uns im Bett schlafen (meistens weil ich beim nächtlichen Stillen gleich mit wegpenne) und das Ergebnis ist: Er ist entspannt und wir sind es auch.

Jedes Baby wird irgendwann ganz von alleine ohne Schlaftraining oder irgendwelchen Hokuspokus einschlafen. Woher ich das weiß?  Musstet Ihr jemals mit jemandem das Bett teilen, der erstmal eine Stunde geweint hat, bevor er eingeschlafen ist, oder nachts mehrmals schreiend aufgewacht ist? Wo sind sie denn, die ganzen Kinder inkonsequenter Hippie-Eltern, die auch mit 35 noch nur bei Mama im Arm einschlafen können?

Irgendwann gehört der Abend wieder Euch! Oh, ich glaub ich hab das Babyfon gehört…

It’s a cruel summer … Hitze mit Baby

Holt die Baströckchen, Blumenketten, Strohhüte und Cocktails raus – Es ist heiiiiiß… 35 Grad ist eine Temperatur, die wir in unserer Gegend nicht oft erleben. Wenn man dann auch noch ein Sommerbaby hat, wird’s nicht nur echt warm, sondern auch noch ganz schön spannend. Mit seinen gerade einmal 8 Wochen können wir Erbschen nicht zur Abkühlung in den Pool oder vor die Klimaanlage setzen, aber ein wenig Erleichterung wollen wir ihm trotzdem verschaffen.

Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht gut regulieren, deshalb sind kalte Bäder oder ähnliches Tabu. Das Ergebnis wäre ein ausgekühltes, schreiendes Menschlein. Gar nicht schön!

Wir versuchen es also auf die sanfte Tour und bleiben zunächst mit dem Kleinen im kühleren, abgedunkelten Haus meiner Eltern. Mein Vater, der schlaue Fuchs, hat ein feuchtes Laken vor die offene Tür gehängt und sorgt damit wirklich für ein angenehmes Klima. Es ist also nur noch schweinewarm und nicht mehr lavaheiß. Hey, das ist ein Erfolg!

Hier darf er nackig auf einer Decke strampeln. Ruhig auch ohne Windel, denn die ist ja auch nicht gerade aus klimaaktivem Funktionsmaterial…
Ab und zu machen wir ihm die Händchen und Füßchen ein bisschen nass. Die Verdunstungskälte kühlt herrlich und nimmt ganz sanft etwas Hitze aus dem kleinen Körper. Wenn Euer Baby Nasses mag, könnt Ihr es auch komplett mit einem feuchten Waschlappen abreiben, aber davon hält Erbschen überhaupt nichts. Er schreit, als ob wir ihm die Haut abziehen wollen und bevor die Nachbarn die Polizei rufen, lassen wir das mal lieber bleiben.

Da Erbschen gerade auch seinen 8-Wochen-Schub durchmacht – das Timing ist TOP – will er besonders viel Nähe und so schwitzen wir uns gegenseitig voll, dass die Tropfen nur so fliegen. Wenn man uns sucht, muss man also nur der feuchten Spur folgen. Ein wenig Abhilfe schaffen da Tücher aus Leinen (Seide ist auch toll), die ich zwischen uns lege. Die nehmen etwas Schweiß auf und kühlen. Herrlich!

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Wenn ich ihn überhaupt mal trage, dann nur in einem extradünnen Tuch von Hoppediz. So ist es halbwegs erträglich und wir mutieren nicht sofort zu einem laufenden Heizkraftwerk.

Wenn es endlich dunkel wird, schläft unser Prinz nur mit Windel und T-Shirt. Warum das Shirt? Sollten wir Glück haben kühlt es nachts ja doch etwas ab (Zugluft unbedingt vermeiden) und seine schwitzige Haut wird unangenehm klamm. Und dann: 3-2-1-GESCHREI! Das Baumwoll-Shirt nimmt Schweiß auf, ohne dass sich darunter die Hitze staut. Dazu ein leichtes Sommerlaken auf der Matratze und schon schläft es sich gleich viel entspannter – für ihn und uns.

Das sind unsre Tipps für heiße Tage mit Baby. Habt ihr auch welche? Na dann her damit 🙂

Liebe Grüße,
Minna

Tragetuchberatung

Weil unser Sohn ein kleiner Kuschelkäfer ist und am liebsten den ganzen Tag an und auf mir verbringt, sind Tragetuch und Tragehilfe heißgeliebte Freunde und Helfer. Da ich seit ich Mama bin völlig am durchdrehen eher sorgenvoll bin und trotz Trageanleitung und YouTube Videos nie so ganz sicher bin, ob ich meinem Sohn etwas abklemme, die Luft abschnüre oder eins seiner kleinen Beinchen amputiere – also kurz: ob ich auch alles richtig mache – habe ich Erbschen und mir eine Trageberatung gegönnt. Die Unsicherheit soll endlich Geschichte sein!

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Ich packe also Erbschen und unser Jaquard-Tuch von Hoppediz ein und mach mich auf den Weg zu Katharina, meiner freundlichen und kompetenten Reiseleiterin durchs Trage-Wonderland.

Katharina startet mit ein paar einführenden Worten. Viele der Vorteile – Traglinge weinen weniger, sind ausgeglichener, sie schulen ihr Körpergefühl und ihren Gleichgewichtssinn, sind immer mit dabei, sehen, hören und riechen mehr, und haben so viel mehr positiven Input für ihre Entwicklung – waren mir schon bekannt, aber es tut natürlich gut nochmal zu hören, dass man alles richtig macht.

Und dann geht’s los. Katharina zeigt mir die Wickelkreuztrage. Die eignet sich schon ab Geburt und ist die Bindeweise, die ich auch mit Erbschen meistens binde. Es ist echt erleuchtend zu sehen, wie man das Tuch fest bindet und gut nachzieht, woran ich merken kann, ob das Tuch zu fest ist, oder irgendwo einschneidet und wie ich die Beinchen richtig anhocke (wichtig für die Hüftreifung) und den Rücken schön runde. Ich binde zwei Mal mit einer Tragepuppe nach – die ziemlich schwer ist – und dann schnapp ich mir das schlafende Erbschen. Ich bin etwas aufgeregt, Katharina erinnert mich an ein paar Handgriffe und schon ist der Zwerg sicher und kuschelig eingebunden. Ein tolles Gefühl. Alles weitere ist Übungssache und ich freu mich drauf, Erbschen jetzt täglich zu tragen und ihm ein sicheres, geborgenes Gefühl und mir Nähe zu meinem kleinen Lieblingsmenschen zu schenken.

Tragt Ihr auch? Habt Ihr auch mal eine Beratung gemacht? Wie waren Eure Erfahrungen?

Liebe Grüße,
Minna