Beikost – Kommando zurück

So euphorisch ich in Erbschens Beikostkarriere gestartet bin, so schnell hat mich der kleine Krümel auch schon wieder ausgebremst. Erbschen findet Brei so lala. Über 50 Gramm kommt er selten hinaus. Egal, was ich ihm zubereite. Egal, wie viel Herzblut ich hineinstecke.

Meistens befördert er alles, meistens auch nur einen Teil, wieder aus der Schnute. Erst dachte ich, er braucht noch etwas Übung, dann dachte ich, ihm schmeckt’s einfach nicht, dann dachte ich, er muss sich an die Geschmäcker gewöhnen (er ist Stier, die sind ja bekanntlich etwas dickköpfig) und dann reifte schließlich die Überzeugung in mir, dass der kleine Knopf einfach noch nicht bereit war, auch nur einen Milliliter seiner Milch durch etwas anderes zu ersetzen.

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Nun, wenn mir Erbschen eins mit Nachdruck beigebracht hat, dann, dass nichts so kommt wie man es sich vorher gedacht hat. Legen wir also eine Pause ein, bis Erbschen auch nach seinem errechneten Geburtstermin sechs Monate alt ist.

In Deutschland wird empfohlen, zwischen dem fünften und siebten Monat mit Beikost zu beginnen und nach und nach (ca. mit monatlichem Abstand) eine Stillmahlzeit zu ersetzen. Bis zum 1. Geburtstag sollte Milch (ob Muttermilch oder Formula) aber die Hauptnahrung bleiben.

Ich persönlich tue mich schwer mit diesen Stichtagen und geregelten Zeiten und verstehe sie eher als eine Empfehlung. Ich sehe Stillen als etwas sehr Natürliches an, das uns einfach im Blut liegt. Ich kann mir einfach schwer vorstellen, dass unsere Vorfahren ihren Babys ab fünf Monaten (meinetwegen auch sieben) einfach eine vorgekaute Mahlzeit vorgesetzt haben. Ich stelle mir das eher als einen schleichenden Prozess vor – Hier mal etwas vorgekautes, da mal etwas direkt frisch bei Mama probieren und so nach und nach eine Entwöhnung von Mamas Milch. Deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Muttermilch plötzlich zu wenig Eisen (darüber gibt es einen sehr interessanten Post bei gewuenschtestes-wunschkind) oder Kalorien enthält, wo sie sich doch in den Monaten davor immer perfekt auf die Bedürfnisse des Babys eingestellt hat. Damit soll dann einfach Schluss sein? Wohl kaum. Aber das ist natürlich nur meine Meinung und Vorstellung.

Wenn ich mir das so vorstelle, kann ich mich entspannen und muss Erbschen nicht auf Teufel komm raus die Breimahlzeiten „reindrücken“. Wir können uns ganz in Ruhe nach seinem Tempo richten und auch mal eine Pause einlegen.

4 Gedanken zu “Beikost – Kommando zurück

  1. Avatar von hansemama hansemama schreibt:

    Bei uns war das ähnlich. Der Frechdachs war letztendlich noch gar nicht richtig bereit. Aber wenn man eine Hebamme vom alten Schlag hat (Milchmahlzeiten zügig ersetzen) und selber a) unsicher ist und b) einem die Vorstellung, endlich nicht mehr nur Milchbar zu sein, attraktiv erscheint…dann versucht man es auch. Letztendlich habe ich nach dem Abendbrei erstmal keine neuen Mahlzeiten ersetzt. Es gab weiterhin Milch. Ungefähr zwei Monate nach dem eigentlichen Termin für den Nachmittagsbrei war der Frechdachs dann von selbst so weit und seitdem liebt er sein Essen (mittlerweile vom Familientisch). Aber nachts bekommt er noch Milch. Ich habe das Gefühl, er braucht das noch. Egal, was andere dazu meinen. Das eigene Gefühl ist meist richtig!!!
    Wie läuft es denn mittlerweile??

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    • Wir haben es mit Erbschen völlig entschleunigt. Er isst so viel wie er mag. Das ist an einem Tag viel, am anderen fast nichts, und dementsprechend viel oder wenig wird er noch gestillt. Damit läuft es super und wir sind entspannt. So haben wir das Stillen tagsüber in der Regel fast ganz erledigt. Nachts trinkt Erbschen noch zwei bis drei Mal und das halt ich für völlig normal. Alles zu seiner Zeit, wie dein Frechdachs ja auch bestätigt 🙂

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      • Avatar von hansemama hansemama schreibt:

        …was ich sagen wollte, bevor eine kleine Person aufs Handy getatscht hat: der Frechdachs hat mit vierzehn Monaten gerade Zahn Nummer sechs bekommen, ist aber mit zwölf Monaten gelaufen… Jeder hat seinen eigenen Rhythmus

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