Am Wochenende stand ein Holifestival auf der Tagesordnung. Also hab ich mich in weiße Klamotten geschmissen, mir ein paar Freundinnen geschnappt und bin auf das Festivalgelände gepilgert. So richtig konnte ich mir nicht vorstellen, was mich erwartet. Dort angekommen, waren wir erst etwas planlos, haben uns dann aber brav jeweils unsere fünf Farbbeutel abgeholt, die es zum Ticket dazugab (Neonpink, Lila, Gelb, Grün und Blau). Weil ich und meine Bronchien nicht immer die besten Freunde sind, hab ich mir noch eine Atemschutzmaske gegönnt und ab gings ins Getümmel, das sich hauptsächlich aus jungen Leuten in bester Laune zusammensetzte. Zu erstaunlicherweise recht tanzbarer Electromusik gab es dann stündlich einen Countdown, zu dem man einen oder mehrere Farbbeutel nach Wahl in die Luft schmiss.
Von außerhalb sah das traumhaft aus, wenn man allerdings mittendrin stand, war es schnell vorbei mit der kunterbunten Idylle. Hier hatte es eher was von exlopdiertem Mehllager. Staubige Sicht, schlechte Atemluft, aber irrerweise dennoch viel Spaß. Das ist wohl die Gruppendynamik, denn wenn um einen herum alles vor Glück jauchzt und quietscht, ist es schwer, nicht auch fröhlich zu sein.
5 Stunden nachdem wir angekommen waren, zog dann aber leider ein Gewitter auf und wir verließen fluchtartig das Gelände. Aber nicht ohne uns vorher an einem extra aufgestellten „Abpuster“ vom Großteil des Farbpulvers befreien zu lassen. Zu Hause bin ich dann gleich unter die Dusche gesprungen, damit meine Wohnung nicht aussieht, als wäre ein Regenbogenpony dagewesen. Ihr glaubt nicht, wie schön bunt meine Dusche war.
Glücklicherweise ließ sich aber alles gut ab- und aus den Klamotten und Haaren auswaschen. Geblieben sind mir aber bunte Fußsohlen. Das hat doch etwas von einer Geheimorganisation, oder nicht? Völlig unerkannt bewegt man sich unter all den grauen Mitmenschen, aber die Fußsohlen verraten, wie bunt man es am Wochenende getrieben hat.
Farbenfrohe Grüße,
Minna

