Ellevill Tragetuch – Kuschelweich aus Norwegen

Also zunächst einmal fällt mir zu Norwegen nicht gerade das Adjektiv „kuschelweich“ ein. Eher schroff, einsam und auch arschteuer. Aus Norwegen kommen aber auch Tragetücher, die eine Klasse für sich sind. Die Firma Ellevill designt seit 2007 wunderschöne, schlichte Tücher, die sie unter fairen Bedingungen in Indien weben lässt (mit Ausnahme der Wolltücher).

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Ich habe mich für das Tuch Paisley Quatro Moonlight entschieden, und bei www.natuerlich-familie.de für 109 Euro zugeschlagen. Das ist ein super Preis! Sonst kostet das Tuch gerne mal 20 Euro mehr.
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Als es dann ankam, war ich wirklich baff. Soooo dünn, soooo weich und soooo schön! Das Ellevill ist wirklich eine ganz andere Hausnummer als alle anderen Tragetücher, die ich bis jetzt ausprobiert habe. Das liegt wohl am Bambus-Anteil im Stoff.

Ein paar Bedenken hatte ich dann aber doch. Wird der dünne Stoff Erbschen auch noch bequem halten, wenn er schwerer wird? Oder wird er einschneiden? Reicht das verhältnismäßig schmale Tuch auch später noch aus? Ist das Tuch wirklich lang genug für mich? Ich trage mit einer Größe 6. Durch die extrem abgeschrägten Enden, die einen winzig kleinen Knoten erlauben, ist die Tuchlänge etwas reduziert.

Ich teilte meine Bedenken der Shop-Inhaberin mit und sie bot mir an, das Tuch nach einer Probetragezeit von 2 Monaten bei Nichtgefallen zurückzukaufen. Das hat mich überzeugt und ich bereue es bisher kein bisschen. Das Tuch lässt sich sicher binden, aber ich muss es recht breit fächern, damit es nicht einschneidet. Das ist bis jetzt kein Problem für mich, da Erbschen nicht gerade ein Brummer ist. Ich freue mich schon auf die Tragezeit im Sommer, denn so dünn und leicht ist sonst keins meiner Tücher.

Insgesamt kann ich das Ellevill Tragetuch wirklich empfehlen! Besonders für Neugeborene ist das anschmiegsame, dünne, schmale Tuch perfekt, da sich keine dicken Stoffwülste bilden, die den kleinen Würmchen dann in den Kniekehlen liegen. Aber auch größere Traglinge lassen sich mit diesem Tuch wunderbar tragen, wenn man sicher binden kann.

Liebe Grüße,
Minna

Beikost – Kommando zurück

So euphorisch ich in Erbschens Beikostkarriere gestartet bin, so schnell hat mich der kleine Krümel auch schon wieder ausgebremst. Erbschen findet Brei so lala. Über 50 Gramm kommt er selten hinaus. Egal, was ich ihm zubereite. Egal, wie viel Herzblut ich hineinstecke.

Meistens befördert er alles, meistens auch nur einen Teil, wieder aus der Schnute. Erst dachte ich, er braucht noch etwas Übung, dann dachte ich, ihm schmeckt’s einfach nicht, dann dachte ich, er muss sich an die Geschmäcker gewöhnen (er ist Stier, die sind ja bekanntlich etwas dickköpfig) und dann reifte schließlich die Überzeugung in mir, dass der kleine Knopf einfach noch nicht bereit war, auch nur einen Milliliter seiner Milch durch etwas anderes zu ersetzen.

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Nun, wenn mir Erbschen eins mit Nachdruck beigebracht hat, dann, dass nichts so kommt wie man es sich vorher gedacht hat. Legen wir also eine Pause ein, bis Erbschen auch nach seinem errechneten Geburtstermin sechs Monate alt ist.

In Deutschland wird empfohlen, zwischen dem fünften und siebten Monat mit Beikost zu beginnen und nach und nach (ca. mit monatlichem Abstand) eine Stillmahlzeit zu ersetzen. Bis zum 1. Geburtstag sollte Milch (ob Muttermilch oder Formula) aber die Hauptnahrung bleiben.

Ich persönlich tue mich schwer mit diesen Stichtagen und geregelten Zeiten und verstehe sie eher als eine Empfehlung. Ich sehe Stillen als etwas sehr Natürliches an, das uns einfach im Blut liegt. Ich kann mir einfach schwer vorstellen, dass unsere Vorfahren ihren Babys ab fünf Monaten (meinetwegen auch sieben) einfach eine vorgekaute Mahlzeit vorgesetzt haben. Ich stelle mir das eher als einen schleichenden Prozess vor – Hier mal etwas vorgekautes, da mal etwas direkt frisch bei Mama probieren und so nach und nach eine Entwöhnung von Mamas Milch. Deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Muttermilch plötzlich zu wenig Eisen (darüber gibt es einen sehr interessanten Post bei gewuenschtestes-wunschkind) oder Kalorien enthält, wo sie sich doch in den Monaten davor immer perfekt auf die Bedürfnisse des Babys eingestellt hat. Damit soll dann einfach Schluss sein? Wohl kaum. Aber das ist natürlich nur meine Meinung und Vorstellung.

Wenn ich mir das so vorstelle, kann ich mich entspannen und muss Erbschen nicht auf Teufel komm raus die Breimahlzeiten „reindrücken“. Wir können uns ganz in Ruhe nach seinem Tempo richten und auch mal eine Pause einlegen.

Ein Löffelchen für Mama – Beikost für Erbschen

Erbschen hat die 5-Monats-Marke geknackt. Wahnsinn, time flies when you’re having fun! Unser kleiner Mann hat in der letzten Zeit neben einer extrem feuchten Aussprache (insgeheim nenne ich ihn Larry, das Lama) ein großes Interesse an unserem Essen entwickelt. Er schaut gebannt den Gläsern hinterher, wenn wir trinken. Er greift uns aus dem Hinterhalt in den Löffel, wenn wir Joghurt essen. Er reißt mit bemerkenswerter Zielstrebigkeit an unseren Tellern. Kurzum, wir haben beschlossen, ihn an der großen Welt der Nahrungsmittel teilhaben zu lassen.

Am Sonntag habe ich mich fröhlich pfeifend in die Küche gestellt, Bio-Möhren geschnibbelt und gekocht und mit Bio-Birnensaft verfeinert zu einer orangenen Pampe Köstlichkeit püriert – man sollte dabei unbedingt Schutzkleidung und eine Schutzbrille tragen. Dann haben wir uns voller Erwartung mit unserem Fröschlein hingesetzt und ihm seinen ersten Möhrenbrei kredenzt.

Was soll ich sagen. Er hat ihn nicht gerade verschlungen, aber so richtig doof fand er ihn nun auch nicht. Er hat sich immer wieder den Löffel geschnappt und dran rumgelutscht. Es ist sogar nicht alles auf dem Lätzchen gelandet und ich hab ihn anderthalb Mal schlucken gehört. Ein voller Erfolg, oder? Seitdem bekommt er jeden Tag ein wenig Brei und es wird immer besser. Da man aus zwei Möhren mehr als eine Portion Brei herausbekommt, hab ich den Rest in einem Eiswürfelbehälter eingefroren und die Würfel dann in eine Gefriertüte getan. Ein Würfel sind drei Löffelchen, also im Moment noch eine Portion. Pro Tag taue ich also einen Würfel auf und es kann losgehen. Das ist echt praktisch und man kann auch viele verschiedene Sorten vorbereiten. Gerade habe noch Brokkoli und Süßkartoffel eingefroren. Abwechslung muss sein…

Um ihm den Schritt heraus aus seiner Nur-Milch-Diät zu erleichtern, hab ich ihm nun einen ganz weichen Silikonlöffel besorgt und noch etwas abgefahrenes: einen Fruchtsauger. An einem Griff ist ein Netz befestigt, in das man Obst und Gemüse geben kann. Daran kann Erbschen nun zahnlos herumkauen und lutschen. Gestern haben wir ihn gleich mal mit einem Stück Wassermelone ausprobiert und das hat super funktioniert. Mit dem Sauger kann er das Obst halten und bearbeiten, ohne zu große Stücke abzukauen. Er war ganz aus dem Häuschen und ich erstmal…

Es ist wirklich wahnsinnig spannend, Erbschen bei diesem neuen Schritt zu begleiten. Wie schnell das alles geht. Bald fährt er Auto…